Gemeinde Molbergen

 

Umgehung: Kreis überstimmt Bedenken der Stadt

Cloppenburg ( kre) – Dem seit Jahren aufgeschobene Anschluss der Molberger Straße an die Cloppenburger Stadtumgehung drohen in einem Rechtsstreit weitere Verzögerungen. Die Stadt Cloppenburg erwägt nach Informationen der MT Widerspruch gegen eine Planänderung des Landkreises einzulegen, weil sie Einschränkungen des St.-Andreas-Friedhofs und Gefahren für Radfahrer fürchtet. Der Stein des Anstoßes sind die Zu- und Abfahrten auf der Ostseite der B 213 zum Stadtkern hin. Nach Protesten von Nachbarn, die mehr Verkehrslärm erwarten, änderte der Behörde ihr Konzept: Statt eines geschwungenen „Kleeblatts“ sind jetzt zwei schmale Rampen vorgesehen. Die halten mehr Abstand zu den Wohnhäusern, schneiden jedoch ein Stück von den Friedhofsflächen ab. Die Stadt wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen. Denn: Als der neue St.-Andreas-Friedhof 1989 angelegt wurde, gingen die Planer noch von einem beschaulichen Bevölkerungswachstum und weniger Bestattungen aus. Heute hat Cloppenburg 10000 Einwohner mehr, als damals phrophezeit. Die vom Landkreis verplanten 3000 Quadratmeter müssten womöglich woanders neu angelegt werden, befürchtet die Stadt, weil über 1000 Grabstellen fehlen könnten. Der Landkreis teilt diese Sorge nicht. Nach dessen Berechnungen ist die Fläche „entbehrlich“. Ein Gutachter habe ausgerechnet, dass der Flächenverlust durch eine „optimierte räumliche Gestaltung“ komplett ausgeglichen werden könne, teilte die Behörde mit. Allerdings sorgt sich die Stadt auch um die Lebenden: Direkt neben der dunklen Unterführung kämen Autofahrer von der Rampe auf die Molberger Straße – mit schlechter Sicht auf Radfahrer und Fußgänger. Zumindest, um ihre Frist zu wahren, werde die Stadt „wohl Rechtsmittel“ einlegen, hieß es gestern aus dem Rathaus. Eine Einigung ist nicht mehr in Sicht.

Quelle: MT Cloppenburg