Gemeinde Molbergen

Messerstecher ist psychisch krank

Prozess- Täter vermindertschuldfähig
FJH

Molbergen - Jahrelang war gerätselt worden, warum am 7. November 2006 ein 15-jähriger Schulpraktikant in einem Molberger Handwerksbetrieb auf eine 23-jährige Auszubildendeeingestochen hatte. Am Donnerstag nun klärte ein neuer Prozessvor dem Cloppenburger Jugendschöffengericht über die Hintergründe auf: Der heute 19-Jährige war schon damals psychisch krank,so ein psychiatrisches Gutachten.

Wegen der Tat, die als versuchter Totschlag gewertet worden war, musste sich der Jugendliche im April 2008 vor der Oldenburger Jugendkammer verantworten.Damals war er als voll schuldfähig eingestuft und zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Doch die Erwartung, der junge Angeklagte würde sich die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und keine Straftaten mehr begehen, erfüllte sich nicht.

Es folgten etliche Sachbeschädigungen, darunter das Anzünden von Müllcontainern. Deswegen musste sich der 19-Jährige jetzt verantworten. Den Prozessbeteiligten lag nun ein psychiatrisches Gutachten vor, das von einer schizophrenen Erkrankung des Angeklagten ausging. Der 19-Jährige soll selbst davon gesprochen haben, Stimmen zu hören, die ihm zu den Taten geraten hätten. Aufgrund der Erkrankung billigte das Gericht dem Angeklagten nun auch eine verminderte Schuldfähigkeit zu.

Eine Einweisung des 19-Jährigen in die geschlossene Psychiatrie kam für die Richter aber noch nicht in Frage. Bezüglich der Schwere der Taten habe man eine fallende Tendenz, keine steigende, sagte die Richterin. Am Ende wurde der 19-Jährige erneut zu zwei JahrenJugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Im Rahmen der Bewährungsauflagen schnürte das Gericht einen ganzen Maßnahmenkatalog, der nun weitere Taten und eine Gefährdung der Allgemeinheit ausschließen soll.

Quelle: NWZ Oldenburg