Gemeinde Molbergen

CDU ist gegen Friedrichs-Park-Centrum

BildMolbergen (gy) – Der Bau des sogenannten Friedrichs-Park-Centrums in Molbergen ist vom Tisch. Die CDU-Fraktion im Molberger Gemeinderat hat sich gegen die Weiterführung des Genehmigungsverfahrens gestellt und einen entsprechenden Beschluss gefasst. Dies bestätigte Bürgermeister Ludger Möller gestern gegenüber der MT.

Zum Hintergrund: Auf einer Fläche zwischen demKneheimer Weg und der Cloppenburger Straße will die Solar AG – eine Planungsfirma mit Büro in Hannover – nach eigenen Angaben 17 Häuser für altengerechtes Wohnen sowie ein eingegliedertes Gesundheitszentrum errichten. Alle Gebäude sollen mit Solaranlagen ausgestattet werden. Die Baukosten – so versprechen die Planer –sollen sich allein durch die alternative Stromerzeugung refinanzieren lassen (MT berichtete). Ein entsprechender Bebauungsplan wurde inzwischen zwar ausgearbeitet, ist aber noch nicht vom Ratbeschlossen und wird durch die mit einer Enthaltung fast einstimmig getroffene Entscheidung der CDU-Fraktion faktisch hinfällig. „Die Fraktion und der Verwaltungsausschuss schlagen dem Rat den endgültigen Ausstieg vor“, so Möller.

Als Grund nannte der Bürgermeister die aus Sicht der Verwaltung und der CDU ungesicherte Finanzierung des vor zwei Jahren angelaufenen Projekts. Diese habe die Solar AG zu keiner Zeit nachweisen können. „Sie war aber zwingende Voraussetzung für die Durchführung der Bauleitplanung“, betont Möller. Trotz zahlreicher Ankündigungen sei die SolarAG entsprechende Nachweise schuldig geblieben.

Von der ursprünglich mit zehn bis elf Millionen Euro veranschlagten Investitionssumme sei zuletzt ebensowenig die Rede gewesen, wie vom Bau desGesundheitszentrums. Möller: „Unsere Bedenken sind durch das Verhalten der handelnden Personen sowie durch wechselnde angebliche Investoren verstärkt worden.“ Vieles sei „vollmundig“ versprochen worden. Weder eine angekündigte Info-Veranstaltung noch eineMusterhausausstellung seien jedoch zustande gekommen. Die Gemeinde wolle mit ihrer Entscheidung verhindern, dass auf dem Grundstück in zentraler Lage am Ende eine Bauruine übrig bleibe.

Gebaut hat die Solar AG bereits: In Lastrup (Foto) sowie im emsländischen Neulehe stehen ein, beziehungsweise zwei futuristisch anmutende Rohbauten. Passiert ist im Emsland allerdings schon seit Monaten nicht mehr viel, wie Neulehes Bürgermeister Heinz Koop auf MT-Nachfrage bestätigt. Dort hat die Solar AG zwei örtliche Investoren gewonnen. Koop zeigt sich beunruhigt: „Die Solar AG teilte uns mit, dass der Weiterbau davon abhänge, ob das Friedrichs-Park-Centrum zustande kommt.“ Die Bauherren hätten bereits überlegt, die beiden Häuser auf eigene Faust zu Ende zu bauen. „Das Geld steckt ja schon drin“, sagt Koop.

Über ihr sogenanntes „Blue-Home-Concept“ informiert die Solar AG auf ihrer Homepage: „Die Fördertöpfe für Erneuerbare Energien sind prall gefüllt. Anders als bei herkömmlichen Häusern refinanziert die Sonne Ihr Eigenheim fast von alleine“, heißt es dort werbend. Das Friedrichs-Park-Centrum in Molbergen wird als „sozialer Wohnungsbau“ aufgeführt und unter dem Begriff „Baustelle“ platziert.

Trotz der Absage für die Solar AG: Als innovationsfeindlich dürfe seine Gemeinde nicht gelten, sagt Ludger Möller. „Wir haben uns immer wieder mit Erfolg auf neue Ideen eingelassen“, verweist er unter anderem auf die gewerbliche Biogasanlage, den Ferienpark Dwergte und das Demenzzentrum. Auch dem Solar-Vorhaben habe man zunächst offen gegenübergestanden. „Die Umsetzung ist nüchtern betrachtet aber nicht mehr realistisch.“ Kosten, so betont der Bürgermeister, seien der Gemeinde nicht entstanden. „Wir hatten zu jeder Zeit das Heft des Handelns in der Hand.“ Er – so Ludger Möller – hoffenun, dass „gutgläubige Dritte“ nicht wirtschaftlich betroffen sind.

Quelle: MT Cloppenburg