Gemeinde Molbergen

Molbergen (gy) – Wer mit Demenzkranken zu tun hat, der brauche vor allem zwei Dinge, sagt Roswitha Hoffmann: „Geduld und Einfühlungsvermögen“. Die Molbergerin hat beides. Seit April arbeitet sie als Präsenzkraft in der Tages- und Kurzzeitpflege des Demenzzentrums. Der berufliche Neustart ist der 60-Jährigen voll gelungen. „Ich bin sehr glücklich hier. Die Arbeit mit den Menschen macht mir viel Spaß.“

Berührungsängste hatte Roswitha Hoffmann von Beginn an nicht. Denn ihre Mutter litt selbst an der tückischen Krankheit. Das Thema Demenz habe sie daher schon lange interessiert. Bevor es mit ihrer Arbeit am Buchenbaum losging, belegte sie freiwilligzahlreiche Kurse und eignete sich das nötige Wissen an. Die Praxis erlebt sie nun Tag für Tag und keiner davon sei wie der andere, erzählt sie.

54 Mitarbeiter beschäftigt die Spezialeinrichtung für Patienten mit schweren demenziellen Störungen – und diesnur zwölf Monate nach ihrer Eröffnung. Wenn alle 70 Vollzeitplätze belegt sind, wird sich die Beschäftigtenzahl noch einmal fast verdoppeln. Die Bewohner sind zwischen 54 und 96 Jahre alt undkommen aus dem ganzen Landkreis. Vor allem die Tagespflege sei sehr gefragt, sagt die Leiterin des Zentrums, Waltraud Fasel. „Für die Angehörigen ist sie eine willkomene Entlastung.“

Zeit zum Durchschnaufen hatten die Chefin und ihre Mitarbeiter in diesem Jahr dagegen kaum. Vom Gebäude bis zu den Arbeitsabläufen war alles neu, doch gemeinsam habe man die Aufgaben gemeistert, lobtFasel. Dazu gehörte auch die einmal im Jahr stattfindende Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Nach bundesweit einheitlichen Kriterien bewertet der Dienst die Qualität von Pflegeheimen, wobei nicht nur die Hygiene, sondern auch die Betreuung und der Umgang mit den Bewohnern eine wichtigeRolle spielen. Gleich im ersten Jahr schnitt das Demenzzentrum mit der Spitzennote 1,1 ab und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt (2,0). „Darauf sind wir natürlich besonders stolz. Für ein Haus in der Aufbauphase ist das ein tolles Ergebnis, das uns zusätzlich motiviert“, sagt Waltraud Fasel.

Auch aus der Bevölkerung kamen bislang ausschließlich positive Rückmeldungen. Rund 1000 Gäste, von den Landfrauen bis zum Hospizverein, hatWaltraud Fasel bereits durch die Einrichtung geführt. Werbung habe sie dafür nicht machen müssen. „Das Haus hat sich herumgesprochen und viele Menschen waren neugierig.“

Während Molbergen dem Zentrum bald mit einem neuen Wohnbaugebiet näher rückt, sieht die Leiterin ihre Einrichtung bereits im Ortsleben angekommen. Die eigene Küche etwa beliefert das Schulzentrum täglich mit einem warmen Mittagessen. Und auch das gab es bereits: Am 3. September fand die erste Trauung in der hauseigenen Kapelle statt. So konnte auch der Vater der Braut an der Hochzeit teilnehmen.

Quelle: MT Cloppenburg