Gemeinde Molbergen

Ermker wollen Ortstafelversetzen lassen

Ermke (gy) – Ein einfaches Ortsschild sorgtin Ermke seit gut einem Jahr für Verärgerung. Die Einwohner wollen die Tafel weiter Richtung Molbergen versetzen lassen. Der Landkreis erteilt dem Ansinnen jedoch eine Absage.

Zum Hintergrund: Vor einem Jahr hatte das Schild bereits ordentlich Verwirrung gestiftet. Landkreismitarbeiter hatten es von seinem Platzabgebaut und rund 30 Meter tiefer in den Ort versetzt – ein Versehen, wie sich später herausstellte (MT berichtete). Nach Protesten der Ermker wurde die Anordnung noch Ende 2009 rückgängiggemacht. Das Schild befindet sich inzwischen wieder an seinem angestammten Platz.

Doch seit vor einigen Wochen ein sechs Jahre altes Kind beim Versuch, die Hauptstraße zu überqueren, von einem Auto angefahren wurde, kocht in Ermke die Volksseele. DerUnfall geschah in Höhe des Gasthofs Schnieder und damit außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Autos dürfen dort 100 Stundenkilometer schnell fahren. „Viel zu schnell“, meint Ermkes Ratsherr Heinrich Bley. „Nicht einmal auf 70 wird der Verkehr Richtung Ortseingang heruntergebremst“, bemängelt er und fordert die erneute Versetzung der Ortstafel. 164 Haushalte haben inzwischeneine entsprechende Resolution unterschrieben.

Beim Landkreis aber beißen die Anwohner mit ihrer Forderung auf Granit. DessenSprecher Ansgar Meyer weist auf die gesetzlichen Vorgaben hin,nach denen Ortsschilder nur innerhalb einer geschlossenen Bebauung aufgestellt werden dürfen. „Das ist hier aber nicht der Fall.“

Eine Vorverlegung der Tafel bewirkt aus Sicht des Landkreises lediglich eine Scheinsicherheit. „Denn ohne entsprechende Bebauung wird die Geschwindigkeitsreduzierung kaum beachtet“, sagt Meyer. Weiterer Gefahrenpunkt: Autos dürfen direkt hinter einer Ortstafel auch mitten auf der Fahrbahn parken.

Eine stufenweise Reduzierung der Geschwindigkeit ist laut Meyer ebenfallsnicht möglich. Der Grund: „Das Ortsschild ist von Weitem gut sichtbar.“ Der Forderung der Anwohner räumt der Kreissprecher deshalb keine Chancen ein.

Quelle: MT Cloppenburg