Gemeinde Molbergen

Molbergen erhöht Steuern

Ermke (gy) – Molbergen bleibt auch 2010 schuldenfrei. Der Gemeinderat hat am Montagabend allerdings eine Anhebung der Realsteuerhebesätze beschlossen. Der Grund: Zum Jahresende seien die finanziellen Reserven weitgehend aufgebraucht, erklärte Bürger-meister Ludger Möller in Ermke.

Obwohl die Gemeinde keine Schulden habe, sei sie keineswegs finanzstark, betonte Möller. „Da gehören wir zuden schwächeren Kommunen im Landkreis“. Zudem habe Molbergen inder Vergangenheit kräftig in die Verbesserung der eigenen Infrastruktur investiert. „Wir sind daher gehalten, unsere Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen“, begründete der Verwaltungschef die Anhebung der Steuersätze.

Der Rat beschloss, die Gewerbesteuer erstmals nach 13 Jahren heraufzusetzen – dies allerdings deutlichvon 305 auf 340 Prozent. Die Grundsteuern A und B – sie waren seit 2002 unverändert – wurden einheitlich um 15, bzw. 25 Prozentpunkte auf nun jeweils 320 Prozent erhöht. Durch die Anhebungen erwartet die Verwaltung jährliche Mehreinnahmen in Höhe von rund400000 Euro.

Bei der Gewerbesteuer habe man den Spielraum nicht voll ausgeschöpft, erklärte Möller. Andernorts sei diese höher. Insgesamt läge die Gemeinde mit ihren Steuersätzen weiter unter dem Kreisdurchschnitt.

Mit Sparen allein – so stellte Möller klar – seien die Aufgaben der Gemeinde nicht zu bewältigen. Sobefinden sich die Personalkosten der Verwaltung nach seinen Angaben bereits 53 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. „Wir können nicht nur von Licht, Luft und Liebe leben“, betonte Möller.

Immerhin: Mit der Liebe sieht es in Molbergen noch recht gut aus.42 Paare wurden dort in diesem Jahr getraut, ebensoviele wie 2009. Ein wenig treuer sind die Molberger allerdings geworden, denn nur 14 Ehen gingen in die Brüche. Im Vorjahr hatte es noch 20 Scheidungen gegeben.

Deutlich gesunken ist dagegen die Geburtenzahl. 74 neue Molberger kamen 2010 zur Welt und damit deutlich weniger als 2009 (93) und 2008 (92). Für Ludger Möller ein Indiz dafür, dass der demografische Wandel trotz des hohen und traditionell kinderreichen Aussiedleranteils auch an seiner Kommune nicht vorbeigeht.

Wichtige Maßnahmen in diesem Jahr seien der Krippenneubau, die Sanierung des Kindergartens St.-Johannes-Baptist sowie die Erweiterung der Anne-Frank-Schule gewesen. 2011 im Mittelpunkt stünden unter anderem der Ausbau des Kneheimer Weges sowie die Gewerbeschau.

Quelle: MT Cloppenburg